Manchmal sagt ein Ergebniszettel nicht die ganze Wahrheit. Der Spieltag unserer Verbandsliga-Damen beim GC an der Schlei war so ein Fall.
Bei der Ankunft zeigte sich der Platz von seiner besten Seite: hervorragende Grüns, top gepflegte Abschläge und Fairways. Die Gastgeber hatten ganze Arbeit geleistet und auch abseits des Platzes fehlte es an nichts.
Was allerdings niemand bestellt hatte, war das Wetter. Zwischen strahlendem Sonnenschein (eher selten), starkem Regen, kräftigem Wind (zeitweise gefühlter Windstärke „Festhalten am Trolley“) war an diesem Tag alles dabei. Wer morgens noch überlegte, ob die Regenjacke wirklich nötig sei, bekam die Antwort spätestens auf Bahn 3.
Die Bedingungen spiegelten sich auch in den Ergebnissen wider. Von insgesamt 30 Spielerinnen blieben lediglich sechs unter 100 Schlägen. Zugegeben: Wir gehörten diesmal nicht zu diesen Spielerinnen. Aber an diesem Tag war das eher ein Hinweis auf die Wetterlage als auf die eigene Form.
Auch die anspruchsvollen Grüns hatten es in sich. Drei Putts waren keine Seltenheit, sondern eher Teil des Tagesgeschäfts.
Unsere drei mitgereisten Caddys konnten zwar moralische Unterstützung leisten, als Blitzableiter schlechter Laune herhalten und darauf achten nicht mit dem Regenschirm Richtung Dänemark abzuheben, aber gegen Seitenregen und Böen hatten aber auch sie nur begrenzte Einflussmöglichkeiten.
Umso erfreulicher: Trotz aller Herausforderungen konnten wir unseren zweiten Platz in der Gruppe verteidigen. Das zeigt, dass nicht nur wir mit den Bedingungen zu kämpfen hatten, sondern dass an diesem Tag vor allem Durchhaltevermögen gefragt war.
Und weil Golf bekanntlich mehr ist als Zahlen auf einer Scorekarte, durfte natürlich auch das fröhliche Wiedersehen mit den Spielerinnen der anderen Clubs nicht fehlen. Bei gutem Essen und einem Glas Sekt wurde nach der Runde gemeinsam gelacht, gefachsimpelt und die eine oder andere Wettergeschichte ausgetauscht. Vermutlich wurden dabei mehr Böen gezählt als Birdies.
Unser Fazit: Der Spieltag an der Schlei war weniger ein klassischer Wettkampf als ein echter Härtetest für Wetterfestigkeit und Nervenstärke. Die Scores erzählen nur einen Teil der Geschichte. Der andere Teil heißt Teamgeist und die Erkenntnis, dass man manchmal schon gewinnt, wenn man trockenen Fußes das Clubhaus erreicht.
Wir nehmen viele Erfahrungen mit, freuen uns über den verteidigten zweiten Platz und blicken optimistisch auf die nächsten Spieltage – gerne mit etwas weniger Wind von allen Seiten gleichzeitig.
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